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Referenzbauten

Wohnobjekte | Mehrfamilienhäuser

 

Baumstammhaus für Drei

Wohnobjekte - MFH - Neubau
Adresse:
14547 Beelitz
Architekt:
Mareen Specht (Dipl.-Ing. und Baubiologin IBN), Thomas Lüben
mar.specht@t-online.de
Beschreibung:
Mit und in der Natur leben, in einem nach baubiologischen Grundsätzen erstellten Holzhaus. Das war das Planungsziel.

Die Idee zum Bau eines Naturstammhauses hatte der Bauherr selbst. Bei dieser Bauart handelt es sich um einen Holzbau in seiner ursprünglichsten Form. Er ist sowohl von außen als auch von innen als Solcher erkenn- und erlebbar. Die Außenwände und der Dachstuhl bestehen aus einheimischer Douglasie. Das Holz wurde im Winter geschlagen und ohne technische Vortrocknung verbaut. Daher kommt es im Laufe der ersten drei Jahre zu bautypischen Setzungen von etwa 12-15 cm. Diese Setzungen mussten umfassend bei der gesamten Planung berücksichtigt werden. Naturstämme mit kleinen Holzfehlern wurden bewusst nicht aussortiert. Zwischen den einzelnen Stammlagen wurden Fugenbänder als Luftdichtung sowie Schafswolle als Wärmedämmung eingebaut. In nur 4 Tagen wurde der Rohbau auf einer Bodenplatte von 15,7 m x 10,0 m errichtet. Die Sparren wurden sichtbar gelassen, um den Gesamteindruck der massiven Holzkonstruktion zu verstärken. Die Dämmung des 15 Grad geneigten Satteldaches wurde als Aufdachdämmung ausgeführt. Hier kamen 2 Lagen Holzfaserdämmplatten auf einer Rauspundschalung zum Einsatz. Der große umlaufende Dachüberstand von 2,20 m schützt das Holz vor der Witterung. Somit konnte bei allen Holzbauteilen auf einen chemischen Holzschutz verzichtet werden. Insbesondere im Sommer wird durch den Dachüberstand auch die Solareinstrahlung über die Fenster reduziert.
Der gesamte Rohbau aus Holz wurde nach der Errichtung in Eigenleistung abgeschliffen und zum Schutz gegen Vergrauung oberflächenbehandelt. Im Innenbereich kam ein aufhellender Anstrich mit UV-Schutz zum Einsatz. Die der Witterung ausgesetzten Holzoberflächen wurden mit einer leicht pigmentierten Lasur und einem Wachs behandelt.
Als Gründung wurde eine von unten und seitlich wärmegedämmte Sohlplatte aus WU-Beton mit integrierter Fußbodenheizung (Bauteilaktivierung) gewählt. Durch den Verzicht auf eine zusätzliche Estrichschicht konnte auch hier wertvolle Bauzeit eingespart werden.
Die Holzfenster mit einer Dreischeibenverglasung und die Eingangstür wurden in einer beweglichen Gleitzarge aus Douglasienholz eingebaut. In den Anschlussfugen wurde Hanf als Stopfwolle eingebaut.
Für den Innenausbau wurden Holzständerwände mit einer 2-lagigen Holzfaserdämmung und einer Gipskartonbeplankung errichtet. Zur Entkopplung der Holzkonstruktion von angrenzenden Bauteilen wurden dünne Flachsdämmstreifen eingesetzt. Aufgrund der Setzungen bestehen die Innenwände aus einem feststehenden Teil (unten) und einem beweglichen Teil (oben) mit einer horizontalen Setzungsfuge.
Beim Einbau der Innentüren wurde die emissionsfreie Alternative zu Montageschaum gewählt: Schraubverbindungen und Hanf als Stopfwolle in den Anschlussfugen.

Die Haustechnik wurde bewusst auf ein vertretbares Minimum reduziert. Zur Beheizung und Warmwasserbereitung wurde eine Gas-Brennwert-Therme installiert. Im Winter kann der wasserführende Kamin über einen Pufferspeicher unterstützend eingesetzt werden. Über den hohen Fensterflächenanteil der Südfassade können im Winter solare Gewinne genutzt werden. Die weitere Nutzung solarer Energien wurde aufgrund der Ausrichtung des Hauses und der Dachneigung nicht umgesetzt. Auf eine Lüftungsanlage wurde bewusst verzichtet. Die Lüftung erfolgt natürlich über geöffnete Fenster. Zur Verbesserung des Sommerlichen Wärmeschutzes wurden, zusätzlich zum großen Dachüberstand, überwiegend Baustoffe mit hoher Wärmespeicherkapazität verwendet. Technische Kühlmaßnahmen konnten daher entfallen.

Die Aufteilung und Anordnung der Räume orientieren sich an gewohnten Abläufen. Das Schlaf- und Kinderzimmer als Ruhezone liegt im hinteren Teil des Hauses, angrenzend an die Nordfassade. Durch den Verzicht auf ein Kellergeschoss wurde ein separater Abstellraum erforderlich, der als Lärmpuffer zwischen beiden Schlafräumen angeordnet ist. Um die Raumhöhe von bis zu 4,50 m optimal zu nutzen, wurde eine begehbare Zwischendecke aus Holzdielen eingezogen. In allen anderen Räumen wurde auf eine Zwischendecke verzichtet, um die Holzkonstruktion als Ganzes zu erleben.
Der Wohnbereich mit offener Küche und Essplatz ist der Mittelpunkt des Hauses und ein Treffpunkt der Familie. Ein Blickfang hier ist der massive Holzunterzug mit herausgearbeiteten Astansätzen, der auf einer ebenso ausgebildeten Holzstütze aufliegt.
Der Technikraum befindet sich zentral im Gebäude, um Versorgungsleitungen zu minimieren. Auf ein separat stehendes Carport wurde verzichtet. Der Stellplatz für das Auto konnte durch die Verlängerung des Daches kostengünstig in den Bau integriert werden.
Unser Fazit nach 8 Monaten Nutzung: Ein sehr gelungenes Haus zum Wohlfühlen und Entspannen. Alles richtig gemacht!
Ansicht der Südostfassade (Quelle: M. Specht/T. Lüben)
Ansicht der Südostfassade (Quelle: M. Specht/T. Lüben)
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