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Referenzbauten

Wohnobjekte | Neubau

 

Woodcube Hamburg

Wohnobjekte - MFH - Neubau
Adresse:
21109 Hamburg
Beschreibung:
Auf dem Gelände der Hamburger Internationalen Bauausstellung 2013, wurde nach nur 4 Wochen Bauzeit der Holzrohbau und im Januar 2013 die Vollholzfassade fertiggestellt. Der Innenausbau wurde im Mai 2013 fertiggestellt. Auf fünf Etagen entstanden ca. 900qm Wohnfläche, verteilt auf acht Wohnungen. Das Besondere an der Bauweise ist seine massive Vollholzkonstruktion im Bereich der Decken und Außenwände. Die 32 cm starken Wandelemente, werden aus unverleimten, traditionell mit Buchenholzdübeln verbundenen Brettlagen hergestellt. Vorteil an diesem System ist, dass ohne jegliche Bauchemie wie Leime, Lacke und Holzschutzmittel oder einer fremdstofflichen Dämmung, eine völlig natürliche Wohnumgebung entsteht. Eine Gesundheitsgefährdung durch Schadstoffe, wird so ausgeschlossen. Somit entsteht ein bislang im Geschosswohnungsbau unerreichter, schadstofffreier Wohnkomfort. Zum Erreichen der geforderten Schutzziele wurden holzbauspezifische Eigenschaften bewertet und führten zu entsprechenden baurechtlichen Befreiungen, ohne Kompensationen, wie Sprinkler, Steigleitungen oder Kapselungen. Besonderheit des Wandaufbaus Es wird zum richtigen Reifegrad geschlagenes und luftgetrocknetes (Mond-) Holz, aus heimischen Beständen verwendet. Horizontal-, vertikal- und diagonalgestapelte Brettschichten, werden ausschließlich mit Buchenholzdübeln zu massiven Wand- und Deckenelementen verbunden. Leime, Holzschutzmittel, Farben oder Lacke, werden nicht verwendet. Die 32 cm starken Wandelemente sind statisch tragend und sorgen zugleich für Wärmedämmung und Brandschutzkapselung. Der speziell für den Woodcube entwickelte Wandaufbau beinhaltet zur Verbesserung des U-Wertes, eine eingelegte 4cm starke und ebenfalls unverleimte Holzweichfaserplatte. Durch eine spezielle Fräsung der Brettoberfläche entstehen innerhalb des Wandelementes stehende Luftschichten. Beide Maßnahmen verbesserten den Lambda-Wert von Nadelholz gem. Hotboxnachweis auf 0,078 W/mK. Der gesamte Aussenwandaufbau ist komplett aus unverklebtem Holz und Holzwerkstoffen möglich. Energetisch erreicht das Gebäude ohne hohe Dämmstoffstärken Passivhausqualität. Erstmals in Gebäudeklasse 4 ist es gelungen, auf Brandschutzkapselungen verzichten zu können. Zusätzlich konnte über hölzerne Brandriegel in der Unterkonstruktion der Fassade die technische Vorgabe der geschossweisen Unterbrechung durch bspw. Horizontale Bleche umgangen werden. Über hygrothermische Simulationen verschiedener Fassadenaufbauten wurde die optimale Konstruktion nachgewiesen. Deckensystem Analog zu den nicht verleimten Wandelementen sind sämtliche Geschossdecken aus leimfreien gedübelten Vollholzlagen gefertigt. Dies ermöglicht eine Spannweite von ca. 6m und eine Auskragung der Balkone von 2,50m. Dies konnte und kann bei Massivholzflachdecken anderer Holzbauweisen bislang nicht erreicht werden. Durch die hohe Masse an massivem Holz ist die Erfüllung der Anforderungen an den erhöhten Schallschutz problemlos erfüllbar. Die Hölzer stammen alle aus nachhaltig bewirtschafteten, heimischen Forstbeständen. Verwendet werden vor allem Tannen-, Fichten-, Lärchenholz. Das Bausystem ermöglicht zusätzlich, die erstellten Wandelemente komplett rückwärts durch die Produktionsstraße laufen zu lassen und die Elemente in die einzelnen Teile zu zerlegen. Möglich macht dies die CNC geführte Produktion, die die ursprünglichen Fertigungsdaten wieder verwendet und mit denselben Werkzeugen in der Lage ist, die Teile voneinander zu trennen. Das anfallende Holzmaterial kann dann wieder in einem neuen Produktionsprozess verwendet werden. Baubiologie/Biorecyclingpotential Der konsequente Verzicht auf belastende Bauchemie setzt sich im Inneren des Gebäudes fort. Sämtliche Baumaterialien wurden durch Baubiologen auf Umweltverträglichkeit und auf mögliche gesundheitsgefährdende Stoffe untersucht. Alle wesentlichen Materialien sind biorecyclingfähig. Dies geht über den üblichen Begriff des Recyclings hinaus, da die Materialien vollständig biologisch abbaubar sind und künftigen Generationen keine Altlasten hinterlassen. Grundsätzlich wird ein hohes Maß an Naturbaustoffen verwendet um die VOC- Belastung gering zu halten und möglichst schadstofffreie Innenräume zu ermöglichen. Sämtliche Arbeiten im und am Gebäude werden nach strengen baubiologischen Regeln vorgenommen. Schadstoffe dürfen durch die Arbeiten oder Verpackungen nicht emittiert werden. Sämtliche Bauteilaufbauten wurden auf Einstofflichkeit untersucht und nach Möglichkeit sind Verbundwerkstoffe vermieden worden, um eine sortenreine Rückführung zu ermöglichen. So sind auch sämtliche Konstruktionen in Trockenbauweise ausgeführt, um eine schnelle und rationelle Fertigung zu ermöglichen. Keller und Treppenhaus Das Kellergeschoss und der Treppenhauskern wurden aus Stahlbeton hergestellt. CO2-neutrale Ökobilanz Eine Ökobilanz der INA / TU Darmstadt belegt, dass der Woodcube trotz des in Beton hergestellten Kellers und Treppenhauses, das vermutlich erste Gebäude im Geschosswohnungsbau ist, welches bereits in der Erstellung CO2-neutral ist. Vor dem Hintergrund, dass für die Errichtung eines konventionell errichteten Passivhauses bis zu einem Vielfachen des jährlichen Heizenergiebedarfs aufgewendet wird, ist gerade diese Reduktion der sog. „grauen Energie“ ein wesentlicher Vorteil der Vollholzbauweise. Dass dieses Kriterium bisher wenig Beachtung findet, ist beispielsweise daran zu erkennen, dass Förderkriterien von Gebäuden in keiner Weise Anforderungen an die Reduktion von Grauenergie stellt. Um den Stromverbrauch zu minimieren, wird ein vernetztes Energiemanagement-System eingesetzt. Dieses erkennt den Bedarf an Heizenergie, Frischluft und Licht bzw. Schatten. Es steuert u.a. auch automatisch die Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Der Bewohner kann jederzeit seinen Stromverbrauch ablesen und Stromkreisläufe steuern bzw. ein- oder abschalten. So können Elektrosmog verhindert und Standby-Funktionen abgeschaltet werden. Des weiteren werden nur Niedrigenergieverbraucher eingesetzt (z.B. 1 Watt LED-Leuchten und ein Aufzug mit Bremsenergierückgewinnung). Alle technischen Steuerungen, Zähler und Verteilungen werden in einem vorgefertigten zentralen Schrankmodul integriert und können nach Bedarf individuell angepasst werden. Dieses Möbel ermöglicht eine intelligente Integrierung der Haustechnik in einem wohnlichen Umfeld Heizenergie wird aus dem regenerativ betriebenen Wilhelmsburger Nahwärmenetz bezogen. Strom wird mittels Photovoltaik erzeugt. Somit bleibt der Woodcube auch während seiner Betriebsphase CO2-neutral.
 (Quelle: IBA Hamburg, Manfred Kunze)
(Quelle: IBA Hamburg, Manfred Kunze)
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