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Referenzbauten

Wohnobjekte | Sanierung / Erweiterung

 

kleinOud

Wohnobjekte - MFH - Sanierung
Adresse:
13156 Berlin
Architekt:
brandt+simon architekten
post@brandtundsimon.de
Beschreibung:
Eine Doppelhaushälfte im Berliner Norden, nahe der Schönholzer Heide wurde der bis dato vierköpfigen Familie nebst Katze zu klein. Die Haushälfte aus den 30iger Jahren (Zimmergrößen unter 15 qm , Decken- höhen von ca. 2,70 m) wurde im Verlauf des letzten Jahrhunderts mehrfach mit ebenfalls nicht gerade großzügigen Anbauten für Bad, Küche und Windfang
versehen. Im Ergebnis hatten die Wohnfunktionen im Erdgeschoss keinen Gartenbezug mehr und die zentral gelegene Essdiele - das funktionale Herz des Hauses - war de facto innenliegend und nahezu fensterlos. Die Familie hegte den Wunsch das Haus um großzügige gemeinschaftliche Wohnbereiche zu erweitern und gleichzeitig räumlich und funktional in Richtung Garten auszurichten und zu öffnen. Das bestehende Bad stand ebenfalls zur Disposition. Ein weiteres war gewünscht. All das sollte mit recht übersichtlichem Budget und - da in bewohntem Zustand - in möglichst kurzer Zeit erfolgen. Eine weitere Herausforderung bestand darin, das schmale und tiefe Grundstück durch die Erweiterung des Hauses nicht zu durchtrennen und gleichzeitig innerhalb und außerhalb des Hauses moderate Wegelängen zu erreichen. Typisch für die Nachbarschaft und auch durch den Doppelhausnachbarn direkt vorgegeben, ist eine grenzständige, sich in die Tiefe des Grundstücks entwickelnde, der Brandwand folgende Bebauung. Stadtplanerische Genehmigungsfähigkeit, Brandschutz, Wärmeschutz, Abstandsflächen und nicht zuletzt räumliche, konstruktive und damit wirtschaftliche Effizienz bestätigten diese vorgefundene Strategie. Um den typischen Remisencharakter zu umgehen und dem Neubauteil die gewünschte Gewichtigkeit zu verleihen, wurde der großzügig proportionierte neue Wohnraum mit der gleichen Grundfläche und Flucht wie das Bestandshaus in den Garten gestellt. Durch das Abrücken vom Bestandsgebäude konnte die Raumhöhe frei und großzügig gewählt werden. Zwischen die beiden Gebäudeteilen wurde der Wohnküchenbereich - mithin das alltäglich am stärksten frequentierte Zentrum des Hauses - eingeklemmt. Die ineinander gefügten Baukörper erreichen außen wie innen eine gute räumliche Differenzierung, die den einseitig ausgerichteten und gestreckten Charakter des Gesamtensembles überspielt. Die Fenstertüren und Fensterkästen folgen den jeweiligen Erfordernissen, wobei der Schutz der Privatsphäre gegenüber der Nachbarschaft und die großzügige Öffnung zum Garten alltagstauglich austariert wurden. Der Küchenerker dient als Arbeitsfläche und Kräutergewächshaus. Er ermöglicht darüber hinaus nicht nur eine großzügige Belichtung und den Ausblick auf die üppigen Pflanzungen zum Nachbarn hin, sondern auch den Blick in Richtung Straße („Es hat geklingelt!...“) und in den Garten („Wo sind die Kinder?“). Der Fensterkasten im Wohnzimmer ist ein Schaufenster in das von Nachbarhäusern ungestörte Grün und dient als geräumige Sitznische. Die Fenstertüren erschließen die rückwertig umlaufende Terrasse.Der mit Zellulose hoch gedämmte Holzrahmenbau konnte weitgehend witterungsunabhängig in kurzer Bauzeit errichtet werden. Geringer Energieverbrauch und raumluftneutrale Baustoffe entsprechen dem zeitgemäßen Standard. Das Dach ist für ein Gründach vorbereitet. Große Dachüberstände gewähren den konstruktiven Schutz von Fenstern und Fassade. Die „Familienbirke“ sollte - trotz stark ausweichender Wuchs- und entsprechend ausgreifender Wurzelform - erhalten werden. Die Gründung des Anbaus wurde entsprechend angepasst und der unmittelbare Stamm- und Wurzelbereich soweit möglich überbrückt. Die Blätter im ersten Frühling rechtfertigten den Aufwand. Die Fassade ist mit einfacher Schalung ohne schadensträchtige offene Hirnholzanschnitte bekleidet worden. Dieses Verlegeprinzip erfordert und ermöglicht eine Anpassung an die verschiedenen Öffnungen, Ecken, An- und Abschlüsse mit dem Ergebnis einer grafischen Fassade, die ebenso narrativ wie dekorativ wirkt und eine gestalterische Abgeschlossenheit der Teilflächen
ermöglicht. Die angedeuteten Blindfugen machen die Fassade auch gegenüber dem Schwund- und Dehnungsverhalten des Holzes fehlertolerant. Als Holzschutz kam ein matter lösungsmittelfreier mineralischer Anstrich zur Anwendung der auch punktuell, ohne große Vorarbeiten auch durch Laienhand instand gehalten werden kann. Noch bevor die letzte Fassadenlatte befestigt war, wurde der Bau durch die inzwischen fünfköpfige Familie nebst Katze und fünf Jungen mit reichlich Leben gefüllt.
Ansicht Süd-West: Die Birke hat überlebt! (Quelle: Dirk Dähmlow)
Ansicht Süd-West: Die Birke hat überlebt! (Quelle: Dirk Dähmlow)
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