• Suche

    Suche nach Objekt und Ort:
    Kategorien
    Wohnobjekte:





    Gewerbeobjekte:



    Öffentliche Objekte:



    Bundesländer















    ×

Referenzbauten

Öffentliche Objekte | Neubau

 

Kinderkrippe Waltenhofen

Öffentliche Objekte - KITA / Schulbauten - Neubau
Adresse:
Plabennecstraße 7
87448 Waltenhofen
Architekt:
F64 Architekten und Stadtplaner PartGmbB
Füssener Straße 64
87437 Kempten
info@f64architekten.de
Beschreibung:
Sehr früh stand bereits fest, dass ein Holzbau mit typischer „wohngesunder“ Materialwahl, warmer Raumatmosphäre und sinnlicher Wahrnehmbarkeit konzipiert werden sollte. Das Entwurfskonzept sah vor, mit regionalem Holz arbeiten zu können. Die Auswahl aller Bauprodukte und -systeme wurde auf die Möglichkeiten der regional ansässigen Handwerksbetriebe abgestimmt. Damit sollte eine maximale Nachhaltigkeit erreicht werden: CO2-neutrale Baustoffe, kurze Transportwege, regionale Kreisläufe, Wertschöpfung und Stärkung regionaler Netzwerke sowie hohe Identifikation der Bürger mit dem Gebäude.

Die Gemeinde hatte den Plan, eigenes Holz zu schlagen und zu verwenden. Um der regionalen Wertschöpfung eine Chance in einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren zu geben wurden Transport- und Anfahrtswege als Nachhaltigkeitskriterum in der Wertung der Angebote berücksichtigt. Die Gemeinde war mit dieser Art der Wertung bereit bis zu 5% mehr auszugeben als es mit einem potentiell billigsten Bieter unbedingt notwendig gewesen wäre. Diese Bereitschaft wurde belohnt denn tatsächlich hat einfach niemand von außerhalb der Region ein Angebot abgegeben, sodass im regionalen Wettbewerb wirklich der wirtschaftlichste Bieter beauftragt werden konnte. Die Kriterien der Punktwertung waren so gewählt worden dass alle Bieter der Region die volle Punktzahl erhalten können. Dies erfordert die Kenntnis der möglichen Sägewerke, Hobelwerke/Brettstapel-Produzenten und Zimmereibetrieben, der lokalen Akteure eben. Verschiedene Szenarien wurden durchgespielt um zum Ergebnis zu kommen.

Der Holzeinschlag wurde getrennt ausgeschrieben und vergeben. Das Paket ab Holzlagerplatz mit Transport zum Säger, Verarbeitung und Transport zum Holzbaubetrieb und auf die Baustelle, sowie Einbau wurde durch den Holzbaubetrieb komplett angeboten. Es kam ein Betrieb aus einer Nachbargemeinde zum Zug. Die gewählten Konstruktionen und die Holzsortierung waren auf die regionalen Möglichkeiten der Materialverarbeitung und Bautechnik abgestimmt. Um möglichst große Ausbeute aus dem geschlagenen Rundholz zu erreichen wurden die Holzqualitäten für Trag- und Sicht Anforderungen sorgfältig untersucht und festgelegt. KVH kam im Bauvorhaben nicht zum Einsatz, das Keilzinken von Hölzern zur Verwendung in Dübelholzelementen wurde soweit möglich vermieden. Es fanden regelmäßige Ortstermine im Säge- Und Hobelwerk statt um gemeinsam mit Bauherr, Planer und Zimmer die Holzsortierung zu besprechen.

Eine PV-Anlage zur Eigenstromnutzung gute Wärmedämmung und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung rückt den Bau in die Nähe eines Passivhauses und jedenfalls bei der Bilanz der Primärenergie in den Bereich eines Plusenergiehauses. Tatsächlich konnte ein regionaler Kreislauf gewährleistet werden. Zu guter Letzt belebt dieses Vorgehen die regionale Wirtschaft. Wichtigster Effekt aber: Die Kinder fühlen Sich wohl und die Waltenhofener Bürger identifizieren sich stark mit ihrem Gebäude aus dem Gemeindewald, das ist der bedeutendste Mehrwert.
Südansicht (Quelle: Rainer Retzlaff Photographie)
Südansicht (Quelle: Rainer Retzlaff Photographie)