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Referenzbauten

Öffentliche Objekte | Ausstellung / Sonderbauten

 

Steigerwald Zentrum - Nachhaltigkeit erleben (Informations- und Bildungszentrum)

Öffentliche Objekte - Ausstellung / Sonderbauten - Neubau
Adresse:
Ludwigstraße 2
80539 München
Architekt:
Staatliches Bauamt Schweinfurt
Mainbergerstraße 14
97422 Schweinfurt
www.stbasw.bayern.de
poststelle@stbasw.bayern.de
Beschreibung:
Das Gebäude steht unmittelbar am Waldrand und fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Es gliedert sich in drei nahezu gleichgroße eingeschossige Gebäudekörper, die sich höhenversetzt als Terrassenhaus an die leicht ansteigende Topographie anpassen. Der Sockel ist gegenüber der Fassade zurückversetzt, so dass der Eindruck entsteht das Gebäude schwebe über dem Gelände.
Über einen Steg und eine Terrasse betritt man das Gebäude. Die filigrane Stahlkonstruktion mit ihrer punktuellen Aufständerung minimiert den Eingriff in die Landschaft. Im mittleren Gebäudeteil befindet sich in ein großzügiges Foyer mit Informationstheke. Ein Cafébereich bietet einen Rundblick über Handthal. In der Folge steht eine Ausstellungsfläche zur Verfügung, wo über großzügige Glasflächen der Wald in die zukünftige Ausstellung integriert werden soll. Im südlichen Baukörper sind weitere Ausstellungsflächen und ein großer multifunktionaler Vortragssaal entstanden. Der Vortragssaal wurde mit einer Lüftung mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Im nördlichen Gebäudeteil sind Verwaltungsräume, Toiletten, Technikräume und die Werkstätten untergebracht. Das gesamte Gebäude wurde als reiner Holzbau errichtet. Es wurden 500 t Fichte, Buche, Eiche und Lärche verbaut. Die tragenden Elemente sind über die Wintermonate vorgefertigt worden. Nur so konnte die kurze Bauzeit von 12 Monaten eingehalten werden.

Auf drei Stahlbetonringfundamenten sind freitragende Holzsandwich-Bodenplatten verlegt worden. Diese hocheffizienten, rein aus Holz gefertigten Bauteile, können bei geringer Bauteilhöhe große Spannweiten überbrücken. Durch die punktuelle Auflagerung auf den Streifenfundamenten verringert sich der Versiegelungsgrad, und eine Abdichtung gegenüber Erdfeuchte ist nicht mehr notwendig. Am Nutzungsende des Gebäudes ist der Rückbau gegenüber einer konventionellen Bodenplatte aus Beton leichter durchführbar. Auf den Bodenplatten stehen massive Sperrholzaußenwände aus Fichte mit Zellulosedämmkammern und einer Lärchenholzverschalung bzw. schlanke, tragende Buchen-Pfosten-Riegel-Fassaden. Die Verwendung von Buchenholz ermöglicht hier eine deutliche Verringerung des konstruktiven Querschnitts der Pfosten.

Die Decken wurden beispielhaft in jedem Bauteil mit einer anderen Konstruktion ausgeführt. Im nördlichen Bauteil wurde auf Grund akustischer Anforderungen eine Brettstapeldecke aus Fichte mit eingefräster Akustiknut umgesetzt. Im mittleren Gebäudeteil war an die Foyerdecke ein hoher gestalterischer Anspruch angelegt. Das Staatliche Bauamt entwickelte zusammen mit dem Statiker eine bis dahin noch nicht umgesetzte versetzte Brettstapeldecke aus Fichten- und Buchenbrettern. Die Decke hat ein Gesamtgewicht von 90 t. Im südlichen Baukörper entstand eine Holzrippendecke mit Buchenbrettschichtholzträgern. Es ist erst die dritte realisierte Decke in Deutschland seit Vorliegen der bauaufsichtlichen Zulassung im Jahr 2009.
Das Gebäude liegt in einem Naturschutzgebiet und direkt angrenzend an ein Vogelschutzgebiet. Aus diesem Grund wurde auf den Glasflächen eine zusätzliche „Mikado-Beschichtung“ aufgebracht, welche dem Vogelschutz dient.
Die gesamte Wärmedämmung wurde aus recycelter Zellulose hergestellt und in Kammern in Bodenplatte, Außenwände und den Dachflächen eingeblasen. In Kombination mit einer Biomasseheizung mit Pellets wurde ein effizientes, energie- und ressourcenschonendes Konzept umgesetzt.

Für eine naturverträgliche Einbindung des Gebäudes in die Landschaft und zum Zwecke der Regenrückhaltung sind die Dächer extensiv begrünt worden. Das anfallende Regenwasser wird zur Einsparung von Trinkwasser in einer unterirdischen Zisterne zur Brauch- und Löschwassernutzung gesammelt.
 (Quelle: Katrin Heyer)
(Quelle: Katrin Heyer)
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